| Indische Elektroautos rollen in der Slowakei ein |
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Reva Electric will bei den Nachbarn Elektroautos produzieren. 30.000 Fahrzeuge sollen vom Band laufen Bratislava - Bei Sario, der staatlichen slowakischen Investitionsagentur, wollte man letzte Woche noch nichts Genaueres sagen, außer, dass es tatsächlich Gespräche gäbe. Und, dass Elektromobilität die Zukunft sei, insofern sei man in laufenden Verhandlungen. Diese dürften nun mit der indischen Reva Electric einigermaßen weit gediehen sein, wie slowakische Tageszeitungen berichten. Reva Eletric Car will demnach 60 Millionen Euro in eine Fabrik nahe der mittelslowakischen Stadt Banovce nad Bebravou (Banowitz) investieren. Die Slowaken - zuletzt arg gebeutelt durch eine hohe Arbeitslosigkeit von fast 13 Prozent - dürfen laut den Berichten 1.000 neue Arbeitsplätze erwarten. Anzeichen der Erholung
Ein Aufschwung, der bitter nötig ist. Auch wenn die Automobilindustrie erste Anzeichen der Erholung zeigt, die Krise hat tiefe Spuren hinterlassen. Die Autoproduktion ist bei den Nachbarn im Vorjahr um fast ein Fünftel auf 463.140 Fahrzeuge geschrumpft. Damit verloren die Slowaken ihre Spitzenposition im Sektor (gemessen an den produzierten Fahrzeugen pro Einwohner) an Tschechien. Eine rasche Entscheidung darf also, schon um die Fahrzeugindustrie wieder anzuschieben, erwartet werden: Der Baubeginn des Werks sei binnen vier Monaten geplant, die Autoproduktion für die erste Jahreshälfte 2011. Jährlich wollen die Inder rund 30.000 Pkw produzieren. Reva Electric Car Company, ein Unternehmen mit Sitz in Bangalore, wurde als Joint Venture zwischen der indischen Maini Group und AEV LLC aus Kalifornien gegründet (unterstützt von den US-Investoren Global Environment Fund und Draper Fisher Jurvetson). Die Fahrzeuge werden in 24 Ländern weltweit an die Konsumenten gebracht. Um sich dem erwarteten erhöhten Produktionsbedarf anzupassen, entsteht in Bangalore ein neues Montagewerk mit äußerst niedrigem Kohlenstoffausstoß und einer jährlichen Produktionskapazität von weiteren 30.000 Fahrzeugen. Bemüht ist man nach eigenen Angaben um die saubersten und umweltfreundlichsten Produktionsverfahren. In der Slowakei verhandle Reva über Staatsbeihilfe erklärte Peter Ziga, Staatssekretär im slowakischen Wirtschaftsministerium der Austria Presseagentur. Struktur angeplasstDie Krise habe die Autoindustrie verhältnismäßig glimpflich überstanden, sagt Milan Sikula von der slowakischen Akademie der Wissenschaften. "Wir haben Glück gehabt, dass unsere Industrie die Struktur ein bisschen angepasst hat. Bei uns werden teilweise die kleinen, sparsamen und ökologischeren Autos gebaut und die globale Nachfrage danach scheint gesichert zu sein." Dass die Autoindustrie überdimensioniert sei, wisse man aber nicht erst seit der Krise, gesteht Sikula: "Es wird riesige Umwälzungen geben." Neben der Tatsache, dass auch die Konkurrenz schon lange draufgekommen sei, dass sich ökologische und sparsame Modelle besser verkaufen, sieht Sikula weitere Wolken am Horizont: "Die wahre Konkurrenz sitzt in China. China ist heute der größte Erzeuger." Sikula erinnert an die riesige geplante Transportmagistrale von Asien nach Mittel-Europa, womit der Weg für die Konkurrenz schrumpfe. "Aber wir sind billig und gut in der Autoherstellung." (rb) Quelle: |